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Tipp 3 von 11 Unternehmungen mit Kindern in Norden

Tipp Nr. 3: Tretbootfahren oder paddeln in Leybuchtsiel

„Mama, was kann ich machen?“ lautet immer wieder die Frage meiner Tochter, wenn sie an ihrem Ferientag nach einer Beschäftigung sucht. Die Sommerferien sind in vollem Gange – meine Überlegungen für mögliche, tolle Erlebnisse für die Kinder ebenfalls. Und heute Nachmittag lautete meine Antwort (wieder mal spontan): „Wir könnten paddeln gehen!“

Der Blick auf die Uhr verriet, dass wir nicht mehr so viel Zeit hatten. Es war 16:45 Uhr. Die Paddelstation, die ich im Kopf hatte, schließt normalerweise um 18 Uhr, je nach Betrieb aber auch etwas später. „Es wird sich auf jeden Fall lohnen!“ versprach die strahlende Sonne augenzwinkernd.

Also machten wir uns um Punkt 17 Uhr auf den Weg nach Leybuchtsiel zur „Paddel & Pedal“ Paddel Station Norden und waren innerhalb von 15 Minuten Autofahrt da. Dass die Fahrt dorthin bereits entspannend ist, stellte ich ja bereits während unserer Fahrt zum Gemüsehof Zenker fest. Dieses Mal wählten wir eine andere Route, die an Landschaft aber genauso, wenn nicht sogar schöner ist – vorbei an Hofläden, sattgrünen Feldern, Kühen und einem Ponyhof.

Wie oft waren wir schon an dem blauen Schild „Paddel & Pedal“ (von Norden kommend auf der linken Seite kurz vor der Leybuchtsieler Schleuse) vorbeigefahren und jedes Mal landete es in Gedanken auf meiner „Irgendwann-Mal-To-Do-Liste“. Dort angekommen, wurden wir herzlich von Roland Kirchhoff empfangen. Der Blick auf das waldgrüne Paddelhäuschen mit den gemütlichen, rustikalen Sitzplätzen ringsum am Ufer des Wassers und das Schild „Schön, dass du da bist“ versetzten sofort in Urlaubsstimmung. Im Nu schaltete ich um auf Entspannung und totale Entschleunigung. Und wir waren noch nicht mal auf dem Wasser. Ja, zugegebenermaßen hätte ich mich auch einfach ans Ufer setzen können und meiner Familie beim Paddeln oder Tretbootfahren zuschauen können.

Doch die bunten Tret- und Motorboote schaukelten so einladend am Ufer, dass unsere Große für uns entschied: „Ich möchte mit dem gelben Boot fahren!“ Gelb ist die Farbe des Sommers und der guten Laune. Eine gute Entscheidung. Die Kleinen bekamen passende Rettungswesten, wir eine wasserfeste Schutzbox für unsere Handys und Rolands Frau Silvia erklärte uns kurz, wo wir fahren durften. Sie erinnerte uns daran, dass die Leypolder Insel Naturschutzgebiet und somit tabu ist. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber jedes mal, wenn ich das Wort „Naturschutzgebiet“ lese oder höre, verbinde ich es mit großer Dankbarkeit, dass es so etwas noch gibt und mein Respekt davor wird immer größer.

Mitten auf dem Wasser angekommen, war ich eins mit der Natur. Ich rang mit mir, dieses kleine technische Gerät aus der Box zu holen, um Fotos zu machen. Für den einen Moment schloss ich aber lieber die Augen und genoss die warmen Sonnenstrahlen, meine kleine Tochter auf meinem Schoß und das „Sich-Treiben-lassen“. Dabei fiel mir das Zitat von Kurt Tucholsky ein:

Entspanne dich. Lass das Steuer los. Trudele durch die Welt. Sie ist so schön: gib dich ihr hin, und sie wird sich dir geben.

„Mama, gibt es Haifische in echt?“ unterbrach meine Tochter mein „An-Nichts-Denken“ und ich antwortete: „Ja, aber nicht hier.“ Und prompt lernten wir ein paar Minuten später dazu, dass es dort statt Haifischen andere „große Fische“ gibt. Wir steuerten auf einen kleinen, rot leuchtenden Schwimmer zu und natürlich waren wir neugierig, warum mitten im Leybuchtsieler Becken dieser Schwimmer war und zogen leicht daran.

Womit wir nicht rechneten, war ein ca. 3 kg schwerer Fisch, der scheinbar einem Angler „entwischt“ war. Sofort überlegten wir zusammen, was wir mit dem Fisch machen sollten. Zurück im Wasser, hätte er mit dem Haken wahrscheinlich nicht überleben können. Also entschieden wir gemeinsam, dass wir ihn mitnehmen und an Land versuchen würden, „den Haken zu entfernen“. Leider hat unsere „Rettungsaktion“ nicht geklappt, aber wir haben es zumindest (für die Kinder ;-)) versucht und fanden heraus, dass es sich um einen Zander handelte. Was wir nicht wussten: Das Norder Tief ist unter Anglern besonders durch den Zander berühmt geworden!

Nach dieser entspannten und gleichzeitig aufregenden Stunde auf dem Wasser, wollten wir uns gerade auf den Heimweg machen als wir dachten: „Eigentlich zu schade, um direkt zu fahren.“ Roland und Silvia waren kurz davor, Feierabend zu machen als zwei weitere Gäste noch Kaffee und Kuchen bestellten. Also entschieden wir kurzerhand auch noch zu bleiben, was dank der herzlichen Gastfreundschaft von den beiden auch klappte.

Die Kinder schlemmten noch genüsslich ein leckeres Eis und Silvia brachte uns herrlich gekühlte Getränke. Sogar Spielzeug und Kreide zum Malen brachte die Gastgeberin den Kindern. Bei dem Satz von ihr musste ich schmunzeln: „Ich dachte, Ihr wärt Urlauber!“ Mitten in dieser Feierabend-Stimmung stellte ich wieder mal fest, wie schön es ist, dort zu wohnen, wo andere Urlaub machen.

Keine 15 Minuten Autofahrt, 1 Stunde auf dem Wasser, 2 Eis, 2 Getränke und 2 liebe Gastgeber sorgten für einen wunderschönen Sommerferiennachmittag, der gefühlt wie mindestens 1 Urlaubstag war. Ja, liebe Sonne, es hat sich gelohnt.

Für Familien mit älteren Kindern (Kinder sollten mind. Seepferdchen haben) oder Gruppen empfiehlt sich auch eine Fahrt mit dem Kanu/Kajak. Täglich von 10-12 Uhr könnt ihr auch an der Station am Norder Tief starten und nach Leybuchtsiel paddeln. Eine solche Fahrt dauert ca. 2 Stunden. Für den Heimweg stehen dann Fahrräder bereit. Roland und Silvia Kirchhoff planen das ganze auch gerne mit anschließendem Grillen für euch als Familie oder Gruppe.

Ganz neu ist der Verleih eines SUP-Boards. Wer noch nie Stand-up-Paddling gemacht hat, sollte dies auf jeden Fall mal testen. Es macht super viel Spaß und trainiert gleichzeitig das Gleichgewicht. 1 Std. im Verleih kostet 15 € p.P.

Denkt vor jeder Paddel- oder Bootstour auch an: Sonnencreme, Kopfbedeckung, evt. Handtuch und Wechselklamotten, ausreichend Trinkwasser, Badesachen (falls ihr schwimmen wollt), Mobiltelefon.

Das komplette Angebot von Paddel & Pedal, detaillierte Preise und Adressen findet ihr auch hier.

Initiatorin "Heimatliebe Norden", Kauffrau für Marketingkommunikation, Mama von zwei Kindern

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1 Comment

  1. melanie.winterland@googlemail.com

    2. August 2020

    hallo

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